Was ist KFO?

Die Kieferorthopädie / Orthodontie ist ein Spezialgebiet der Zahnheilkunde, das sich mit der Behandlung der Fehlstellung des Kieferknochens und der Zähne befasst. Falsch- oder schiefstehende Zähne können zahlreiche wichtige Aufgaben nicht richtig erfüllen, gründliches Kauen wird erschwert oder verhindert, da der Kontakt der Zähne zum Gegenkiefer nur ungenügend oder gar nicht vorhanden ist.

Die optimale Verdauung ist auf diese Weise beeinträchtigt, und der Zahnhalteapparat wird durch die Fehlstellung überbeansprucht, was zu Parodontosen und im schlimmsten Fall zu frühzeitigem Zahnverlust führt.

Wenn die Lippen nicht perfekt geschlossen sind, kommt es verstärkt zur Mundatmung, wodurch der Nasen-Rachenraum nur ungenügend entwickelt wird. Die Folgen sind Sprachstörungen und eine höhere Anfälligkeit für Erkältungs- und Rachenerkrankungen.

Stehen die Zähne zu eng, entstehen Schmutznischen, in denen sich Karies und Zahnbettentzündungen bilden können.
Ein weiterer Aspekt, warum sich viele unserer Patienten die Zähne regulieren lassen, ist das soziale Umfeld. Es ist immer wieder eine wunderschöne Bestätigung unserer Arbeit, wenn den Patienten durch die kieferorthopädische Behandlung wieder zu einem selbstbewußten schönen Lachen verholfen wird.

Ursachen

Prinzipiell unterscheidet man bei Kieferanomalien erblich bedingte und erworbene, wobei es sich meistens um eine Kombination von erworbenen Fehlstellungen und einer genetischen Bereitschaft handelt. Bei den angeborenen Anomalien stehen Ober- und Unterkiefer größenmäßig im Missverhältnis zueinander, oder es kommt zu Aplasien, d.h. „Nichtanlagen“ der Zähne, was häufig zu asymmetrischen Zahnstellungen führt.

  Mittellinienverschiebung nach links, bedingt durch Fehlen des linken oberen 2ers
     
     

Die erworbenen Fehlstellungen sind auf schlechte Angewohnheiten wie Daumenlutschen, zu langes Schnullersaugen oder Zungenpressen zurückzuführen. Lutschen am Daumen, Schnullern oder anderen Gegenständen, das bis über das dritte Lebensjahr hinausreicht, kann zu schweren Verformungen der Kiefer und zu Fehlstellungen – vor allem der vorderen Zähne – führen. Beim sogenannten „lutschoffenen Biß“ klaffen die Schneidezähne des Ober- und des Unterkiefers auseinander, und ein Abbeissen ist nicht mehr möglich.

  Dieser 4-jährige Patient saugt noch immer an einem Schnuller, wodurch sich die Frontzähne nicht schließen können.
     
     

Wie wichtig bereits die Milchzähne sind, zeigt sich besonders bei deren vorzeitigem Verlust. Gehen diese „Platzhalter“ zu früh z.B. durch Karies verloren, reihen sich die ersten bleibenden Zähne in die freien Lücken ein und versperren den erst später durchbrechenden Zähnen den Weg. Die Folgen sind Engstand oder kreuz und quer stehende Zähne.

  Durchbruch aller 4 Eckzähne außerhalb der Zahnreihen, bedingt durch Engstand und wahrscheinlich auch durch frühzeitigen Verlust der Milchzähne
     
  Frühzeitiger Verlust des oberen vorderen Milchzahns und dessen Folgen