| MYOFUNKTIONELLE
THERAPIE:
Die Myofunktionelle Therapie
wird von diplomierten LogopädInnen durchgeführt und ist sehr
oft eine begleitende Therapie im Laufe einer kieferorthopädischen
Behandlung.
Nicht selten stellt man
fest, dass ein Patient, der an einer bestimmten Zahn- oder Kieferfehlstellung
leidet, ein abnormes Schluckmuster, eine fehlerhafte Sprachlautbildung,
Zungenpressen oder ein habituelles Mundoffenhalten aufweist.
Die Ursachen für zahlreiche
Zahn- und Kieferfehlstellungen sind myofunktioneller Natur, das heißt,
sie sind unmittelbar mit einer Störung der Muskulatur des Mund- und
Gesichtsbereichs verbunden.
Zum Beispiel führt
eine offene Mundhaltung als Symptom der Mundatmung meist zu einer Unterentwicklung
der Lippenmuskulatur.
Ein Zeichen, dass ein Patient
vorwiegend durch den Mund atmet, sind trockene und rissige Lippen. Die
Lippen bei Mundatmern können dem Zungendruck nicht mehr standhalten
und die Zähne werden dadurch nach vorne gedrückt. Die Zunge legt
sich in weiterer Folge nicht mehr normal dem vorderen Drittel des Gaumens
an, wodurch die Wangenmuskulatur die Entwicklung des gesamten Oberkiefers
beeinträchtigen kann.
Es hätte keinen Sinn,
Fehlstellungen, die durch myofunktionelle Störungen verursacht worden
sind, ohne eine logopädische Begleitbehandlung zu korrigieren, da
es unweigerlich zu sogenannten „Rezidiven“ kommen würde. Die Patienten
hätten nach kurzer Zeit wieder die gleiche Fehlstellung, wie am Beginn
der Therapie.
Nicht zuletzt dieser Bereich
der Medizin macht den Beruf des Kieferorthopäden so interessant, weil
der Patient als Ganzes betrachtet wird, mit all seiner physischen und psychischen
Problematik.
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